Rico Rodriguez - Biographie

 

Emmanuel Rodriguez wurde am 17. Oktober 1934 in Kingston Jamaika geboren. Es gibt keinen Posaunisten, der den typischen Reggae-Bläsersound so geprägt hat wie Rico Rodriguez. Die Liste der Künstler mit denen er schon zusammengespielt hat, liest sich wie das 'Who Is Who' der jamaikanischen Musikgeschichte.

 

Begonnen hat Ricos musikalische Karriere in den 40er in der 'Alpha Boys School' in der auch die meisten Mitglieder der 'Skatalites' und anderer namhafter Studio- und Sessionbands ihre Ausbildung erhielten. Dort lernte er auch seinen Lehrer und Freund Don Drummond kennen, der sein Talent förderte und so großen Einfluss auf sein Spiel hatte. In der jamaikanischen Szene konnte Rico sich schnell etablieren. Anfang der 50er Jahre gewann Rico die ersten Talentwettbewerbe.  Kurz darauf begann er seine ersten Sessions unter Dodd Coxsone. Es folgten Aufnahmen mit den Top Produzenten wie Duke Reid, Leslie Kong, Prince Buster, Count Ossie u.a. und erste Singles unter eigenem Namen.  Einer seiner ersten großen Erfolge war  Theophilius Beckford`s „Easy Snappin`“.
Rico gehört zu den Instrumentalisten, die in wechselnder Zusammensetzung auf fast allen Aufnahmen der Ska-Ära zu hören sind. Die Namen der Bands verweisen, wie heute noch, nicht auf deren Zusammensetzung, sondern auf den Produzenten. Rico ist, unter anderem mit Ranglin und Alphonso, auf dem World Disc-Label als BlueJ And The Blues Blasters zu hören.

 

1961 zog Rico Rodriguez nach London um dort seine musikalische Karriere fortzusetzen. Da sein Name über Schallplatten und die große Zahl jamaikanischer Emigranten bekannt war, fand er schnell Anschluss an die blühende Londoner Clubszene, spielte mehrere Monate mit Georgie Fame's Blue Flames und nahm unter anderem Schallplatten für Emil Shallitt, Siggy Jackson (Melodisc/Blue Beat) oder Joe „Brixton Cat“ Mansano auf. Hervorragende Solos sind auf Schallplatten jener Zeit von Laurel Aitken (z.B. auf 'Daniel Saw The Stone') und von Prince Buster ('Barrister Pardon').
Während der 60er Jahre erscheinen
mehrere Longplayer unter seinem Namen auf den Labels Trojan Records und Pama. Im März 1964 schaffte Rico den ersten Charterfolg in England. Das Rework von Jimmy Cliff`s „King of Kings“ als Ezz Reco and the Launchers stieg eine Woche vor Millie`s „My Boy Lollipop“ in die Charts ein und konnte sich mehrere Woche darin behaupten.

 

In den siebziger und frühen achtziger Jahren setzte er seine Studiotätigkeit auf Jamaika und in England mit Roots-Reggae-Produktionen unter anderem mit Bob Marley, Linton Kwesi Johnson und Burning Spear fort und spielte 1977 mit 'Man From Wareika' sein wohl bestes Solo-Album ein. Doch auch die zum Ende der 70er neu aufkeimende Ska-Szene Großbritanniens, namentlich das Two Tone-Label, erkannte die Stärke des Originals und so war Rico u.a. bei den Specials live und im Studio ein oft gefeatureter Dauergast (wer kennt nicht sein Posaunensolo auf 'A Message To Your Rudy').

Auch in den darauffolgenden Jahren gab es für die 'wandelnde Geschichte der schwarzen Musik' (Zitat Linton Kwesi Johnson) keinen Grund, das Horn an den Nagel zu hängen. Als nach wie vor gefragter Gastmusiker bei diversen Ska- und Reggaeformationen, hat der Veteran eine Auswahl hochkarätiger Musiker um sich geschart. Mit Aufritten in Itlalien, Schweiz, England, Deutschland, Spanien und einer 2-wöchigen Japan Tour ist Rico 2007 gefragt wie nie zu vor.   Auf dem Programm steht eine abwechslungsreiche Mischung aus Ska, Rocksteady, Reggae und Jazz.